Inhalt: Insel Borkum
Ufersicherung im Bereich Borkum
Die Nordseeinsel Borkum stellt aus wasserbaulicher Sicht einen den Ebbe- und Flutstrom stützenden Eckpfeiler des Emsfahrwassers dar.Seit etwa 130 Jahren wird der Westteil der Insel Borkum durch ein ständig in der Verbesserung befindliches System von Deckwerken und Buhnen geschützt. Um die Stabilität des Inselsockels und damit des Emsfahrwassers auch künftig zu gewährleisten, muss das Strombausystem sorgfältig erhalten und im Einklang mit der natürlichen Entwicklung in seiner Wirkungsweise weiter verbessert werden.
Das WSA Emden, als örtlich zuständige Behörde, unterhält auf der Insel rd. 6,5 km schwere Deckwerke verschiedener Bauart sowie 35 Seebuhnen von je 200 bis 430 m Länge und 13 sogenannte schwere Unterwasserbuhnen, die den Seebuhnen vorgelagert sind.

Unterhaltungsmaßnahmen im Bereich Borkum
Das Ebbe- und Flutrinnensystem im äußeren Emsästuar ist großräumigen morphologischen Veränderungen unterworfen.
Durch Strombaumaßnahmen auf der Insel Borkum ist es möglich, hier die Lage des
tiefen Emsfahrwassers zu stabilisieren, dessen nordöstliches Ufer teilweise
zu befestigen und dadurch den Aufwand für die Unterhaltung des Fahrwassers auf
ein Minimum zu reduzieren.

Seebuhnensystem am Südweststrand
Seebuhnen mit Unterwasserbuhnen im Bereich Borkum
Seebuhnen sind wandartige Bauwerke quer zur Wasserstraße, die zur besseren Wirkung zu Buhnengruppen angeordnet werden. Die in den Strand einbindenden Seebuhnen sollen Sandabtrag durch Wellenbelastung und Strömungseinwirkung verhindern.
Der mit der Strömung transportierte Sand lagert sich so in den Buhnenfeldern ab und wird dort zur Erhaltung bzw. Erhöhung des Strandes gespeichert. In Zeiten starker Erosion muss die negative Sandbilanz durch örtlich begrenzte Sandvorspülungen ausgeglichen werden.
Durch einen flach geneigten, stabilen Vorstrand wird das Ufer größtmöglichst vor negativen Belastungen aus Wellen und Strömungen geschütz.
Seebuhnenquerschnitt
Einwandige Seebuhne im Bau
Fertigteilbau
Unterwasserbuhnen
Unterwasserbuhnen sind unter Wasser liegende Verlängerungen von Seebuhnen, die der Sicherung des Unterwasserhanges dienen. Sie werden meist aus Schüttungen mit Wasserbausteinen mit Trapezprofil hergestellt.

Deckwerke im Bereich Borkum
Deckwerke sind flachgeneigte Bauwerke mit Abdeckungen aus Beton, Asphalt oder Wasserbausteinen zur Ufersicherung. Im Bereich der Seebuhnen dienen die Deckwerke auch als stabile Einbindung in das Strombausystem. Eine rückwärtige Hinterspülung der Seebuhnenanschlüsse wird verhindert.

Asphaltdeckwerk bei stürmischer See
Den inselseitigen Abschluss des Systems bilden Randdünen, deren Bildung und Bestand durch das Setzen von Buschhecken gefördert wird. Gleichzeitig wird durch diese Maßnahme die alte um 1929 erbaute Strandmauer in ihrem Bestand geschützt. Hohe Investitionen für einen Neubau werden hinausgezögert, und die Unterhaltungskosten auf ein Minimum reduziert.
Randdünenbildung am Nordwestdeckwerk