Inhalt: Projektdokumentation
Technische Informationen
Die Strandschutzmauer zur Sicherung des schwer seegangsbelasteten Westkopfes der Insel Borkum besteht aus einer S-förmigen Schwergewichtsmauer, die seit der Erbauung ab 1875 mehrfach und mit verschiedenen Baumaterialien erhöht und instand gesetzt wurde. Letztmalig wurde die Schutzmauer 1990/91 durch Aufbringen von S-förmigen Fertigteilen aus Stahlbeton instand gesetzt.
Ab Oberkante des S-Profils (NN+5,40 m) beginnt der ca. 13,00 m breite, begehbare Teil der Schutzmauer. Dieser Teil wird seit 1951 von der Stadt Borkum auch touristisch als Wandelbahn (Promenade) genutzt. Den Abschluss des Strombauwerkes bildet eine größten Teils mit Klinkersteinen verblendete Stahlbeton-Stützmauer (Herdmauer).
Ca. 80 % der mit Ortbeton- und in einigen Bereichen mit Basaltplatten abgedeckten Oberfläche der Wandelbahn ist schadhaft. Deshalb können großflächige Beschädigungen der Strandschutzmauer durch Seegang nicht ausgeschlossen werden. Die rückwärtige Herdmauer soll das gesamte Bauwerk vor Schäden durch Hinterspülung sichern. Dieses kann aufgrund der geringen Höhe und des baulichen Zustands der Bausubstanz bei Sturmflutwasserständen nicht mehr gewährleistet werden.
Die Planung konzentriert sich daher auf die Instandsetzung und Umgestaltung dieser für die Substanzerhaltung wichtigen Bauwerksteile unter Berücksichtigung der relevanten Seegangsparameter.

Strandschutzmauer mit Wandelbahn und rückwärtiger Herdmauer

Strandschutzmauer bei Sturmflut
Wesentliche Maßnahmen
Der gesamte abgängige Betonplattenbelag der Wandelbahn wird abgebrochen und durch einen neuen Belag aus großflächigen Betonplatten mit speziellen widerstandsfähigen Oberflächen ersetzt. Die neuen sandfarbenen Betonplatten sind unterschiedlich groß und werden durch ein mäandrierendes Band aus Klinkersteinen unterbrochen. Alle abgebrochenen Betonbauteile werden zerkleinert und als Unterbau für zu erhöhende Bereiche und zur Dünensicherung weiterverwendet. Zur Verminderung des Wellenauflaufes müssen Bereiche der Wandelbahn durch Schaffung einer zweiten Ebene erhöht und mit zusätzlichen Rauhigkeitselementen versehen werden. Zur rückwärtigen Überströmungssicherung werden tief gegründete Wellenumlenker gebaut, deren Oberkante z. T. bis zu 2,0 m oberhalb der jetzigen Herdmauer liegt.

Ausbauquerschnitt Bereich Bismarckstraße bis Auffahrt Jann-Berghaus-Straße

Ausbauquerschnitt Bereich Auffahrt Jann-Berghaus-Straße
Ausbauquerschnitt Bereich Auffahrt Jann-Berghaus-Straße bis Sonnenterrasse
Bauablaufplanung
Mit der Durchführung der Maßnahme wurde am 3.Februar mit dem ersten Rammschlag begonnen. Es wird eine Gesamtbauzeit von ca. 2,5 Jahren veranschlagt.
Aus Sicherheitsgründen darf in der sturmflutgefährdeten Zeit von Oktober bis Mitte April nicht in die vorhandene Bausubstanz eingegriffen werden. Abgängige Bauwerksteile müssen daher in den Sommermonaten abgebrochen und Stahlspundwände eingebracht werden. Durch Einsatz moderner, leistungsfähiger Baugeräte und durch emissionsarme Bauverfahren sollen Beeinträchtigungen durch die Baumaßnahme minimiert werden. Der Zugang zum Strand und zu den Gastronomiebetrieben an der Promenade wird durch abgesperrte Zonen sichergestellt.
Details über Art, Umfang und Ausführungszeitraum der Arbeiten können im Downloadbereich abgerufen werden.